Corona und die Folgen Teil 5

ZEIT WISSEN 3: Studierende und die Informationen zu Covid-19, Öffnung und Schließung der Hochschulen, Konzert- und Opernhäuser

+++ Wie kommen Studierende mit der Masse an Informationen klar, die sich im Internet und sozialen Netzwerken zu Corona finden? Eine Studie der Hochschule Fulda und der Universität Bielefeld kommt zu einem Ergebnis, das nachdenklich stimmt: In der Online-Befragung berichteten mehr als 42 Prozent der Studierenden von „Schwierigkeiten, die Qualität von Gesundheitsinformationen zum Coronavirus zu bewerten“.

Hochschule Fulda

+++ Nach dem digitalen Corona-Sommersemester stellen sich Deutschlands Hochschulen auf ein flexibles Hybrid-Wintersemester ein, in dem sie je nach Infektionsgeschehen zwischen Online- und Präsenzlehre wählen können. Wie schnell sich das Virus an Hochschulen ausbreiten kann, lässt sich in den USA sehen (Times Higher Education). Den größten Anstieg erlebte die University of North Carolina in Chapel Hill. Eine Woche nach der Semestereröffnung schickte die Uni ihre Studierenden wieder nach Hause (InsideHigherEd). Rund 190 Studierende und Beschäftigte waren positiv auf das Coronavirus getestet worden. In den USA steht Covid-19 auf der Liste der Todesursachen derzeit an dritter Stelle – nach Herzerkrankungen und Krebs (CNN).

+++ Rund 110.000 Tote sind nach Angaben der Johns Hopkins University in Brasilien gestorben. Das Virus wütet und legt die Wirtschaft genauso lahm wie die Wissenschaft. 38 der 69 staatlichen Universitäten haben ihren Betrieb komplett eingestellt, meldet Times Higher Education unter Berufung auf das Wissenschaftsministerium. Lediglich 21 Universitäten bieten in Brasilien Online-Lehre an. Die Digitalisierung scheitert am Geld. Die Regierung Jair Bolsonaro kürzte die Hochschulbudgets

+++ Abstand, Hygiene, Alltagsmaske – die sogenannte AHA-Regel ist bekannt und verbietet beispielsweise volle Konzert- oder Opernhäuser. Nur jeder vierte Platz wird entsprechend der AHA-Regel besetzt. Vier Charité-Wissenschaftler aus dem Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie sowie dem Institut für Hygiene und Umweltmedizin halten die lichten Reihen für übertrieben. Jeder Platz könne besetzt werden, wenn das Publikum denn Mund-Nasen-Schutz trägt, meinen sie (rbb). Der Charité-Klinikvorstand distanzierte sich umgehend auf Twitter. Das Papier sei „nicht abgestimmt“, gebe „nicht die Position des Vorstands wider“ und berücksichtige nicht „die aktuelle Dynamik des Infektionsgeschehens und der damit verbundenen Risiken“. Im Tagesspiegel-Interview erklärt der Epidemiologe und Dirigent Stefan Willich den Vorstoß.

Audio: rbbKultur | 17.08.2020 | Maria Ossowski | Bild: Eventpress Hoensch

Quelle: ZEIT - Newsletterversand